Kerngesund & Beerenstark

Dr. med. Till-Yong Zienterra
Since 05/2026 4 Episoden

#3 Zucker und Kinderernährung: Was wirklich in Limo, Saft und Cerealien steckt

Cola oder Saft, was hat mehr Zucker? und ist Fruchtzucker gesund?

12.06.2026 29 min Dr. med. Till-Yong Zienterra

Zusammenfassung & Show Notes

Ein Glas naturtrüber Apfelsaft, klingt nach einem gutem Getränk zum Frühstück für Kinder oder? Enthält allerdings 22g Zucker. Aber ist ja "nur" Fruchtzucker - also ok oder?
In dieser Folge spreche ich über eines der hartnäckigsten Ernährungsmissverständnisse, das mir in meiner Praxis begegnet: Eltern, die ihren Kindern bewusst „gesunde" Getränke und Frühstücksprodukte geben und dabei täglich unbewusst den Grundstein für Blutzuckerschwankungen, Heißhunger und langfristige Stoffwechselprobleme legen.



Kerngesund & Beerenstark – Folge 3
„Zucker & Kinder: Was wirklich in Limo, Saft und Frühstücksflocken steckt"

In dieser Folge:
  • Wieviel Zucker steckt wirklich in Fruchtsaft, Limo und Frühstücksflocken? Die Zahlen sind ernüchternd.
  • Warum 100 % Fruchtsaft eben nicht dasselbe ist wie eine Portion Obst
  • Was der regelmäßige Konsum zuckerhaltiger Getränke im Kindesalter mit dem Insulinspiegel macht
  • Warum das Frühstück oft der kritischste Mahlzeitzeitpunkt des Tages ist
  • Welche einfachen Alternativen funktionieren, ohne Verbote und ohne Diskussionen am Küchentisch
  • Was du als Elternteil heute konkret ändern kannst
Erwähnte Studien:

Project Viva Kohortenstudie zu Fruchtsaft und Insulinresistenz bei Jungen (2024): Harnois-Leblanc S et al. Circulation, Abstract MP30, 2024.https://doi.org/10.1161/circ.149.suppl_1.MP30

BVKJ (Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte) plädiert mit anderen führenden Gesundheitsorganisationen für weniger Zucker in der Ernährung (2019): https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/bvkj-plaediert-mit-anderen-fuehrenden-gesundheitsorganisationen-fuer-weniger-zucker-in-der-ernaehrung/

Frage an die Community: Welche Getränke-Alternativen akzeptieren deine Kinder wirklich? Was klappt bei euch im Alltag tatsächlich?

Ich freu mich auf euer Feedback! 
Euer Till-Yong Zienterra

Nächste Folge: Interview mit Diabetologin Dr. med Julia Király zum Thema Prädiabetes. Das stille Warnsignal. Eure Fragen sind herzlich willkommen!

Website:
https://ernaehrungsmedizin-zienterra.de/

Transkript

Herzlich willkommen zu Kerngesund und Beerenstark, dem Podcast für Ernährungsmedizin, der bei Ernährungsthemen auch Kinder, Jugend und Klima im Blick behält. Ich bin Dr. Till-Yong Zienterra, Kinderarzt, Ernährungsmediziner aus Leidenschaft und veganer Ernährungsberater. Ich möchte mit euch mein Wissen teilen und euch spannende, sympathische ExpertInnen vorstellen, mit denen ich über relevante Ernährungsthemen spreche, um Klarheit reinzubringen, wissenschaftlich fundiert. So, wir kommen zum zweiten Monat. Das Thema dieses Monats ist Zucker. Ich fange an mit dem Zucker in Bezug auf Kinderernährung. Was steckt wirklich drin in Limo, Saft und Frühstücksflocken? Zum Einstieg ein paar Zahlen. Wie viel Zucker enthält ein Glas Apfelsaft? Und wie viel eine Cola? Und was enthält mehr? Ja, wenn ich schon so frage, dann wahrscheinlich das Glas Apfelsaft. Aber tatsächlich, wie viel ist da jetzt enthalten? 11 Gramm Zucker mal 2, 22 Gramm. Und bei Cola ähnlich, aber nicht ganz so viel. 10,6 geben die an und dementsprechend 21 ,2 Gramm. Genau, also enthält tatsächlich der Saft oft sogar ein bisschen mehr Zucker als die Cola. Es ist so, dass in der Praxis jetzt oft tatsächlich auf den Ernährungsprotokollen schon der Orangensaft am Wochenende einfach zum Frühstück dabei ist und der ist quasi ein wiederkehrender Faktor. Gut, wenn es jetzt, sage ich mal, nur aufs Wochenende begrenzt ist, aber tatsächlich einfach ja trotzdem eine ganz schöne Menge an Zucker, die man da in einem Rutsch quasi dem Körper zusätzlich gibt. Und es ist ja so, dass diese 25 Gramm Zucker, die man dann da jetzt ungefähr zu sich nimmt, oder machen wir es konkret, sind es sozusagen bei 250 Gramm, wären 27 ,5. Also ja, diese 27,5 Gramm Zucker, die wir da innerhalb von ein paar Sekunden wegschlürfen meistens. Wie viel Zuckerwürfel wären das jetzt eigentlich? Also 3 Gramm enthält so einen Zuckerwürfel, diese weißen kleinen Würfel-Zuckerteile. Ich weiß nicht, kennt ihr die? Macht man vielleicht in seinem Tee oder besser auch nicht letztendlich. Ja, einfach so als Standardmaß. Und die Teile mal aufgetürmt, das ist natürlich schon eine Menge. Wenn man da jetzt neun solcher Würfel einfach hintereinander weglutscht oder kaut, da braucht man eine Weile. Und das würde auch, glaube ich, niemand so gerne machen. Also weiß ich jetzt nicht, könnt ihr ja mal sagen. Das schafft man nicht so richtig gut und es schmeckt auch irgendwie nicht so richtig gut und der Körper ist das auch einfach nicht richtig gewohnt, sowas. Also sowas gibt es auch natürlich in der Natur eher nicht. Man isst den Apfel so oder die Orange. Ich will damit sagen, diese Säfte, die sind einfach, naja, letztendlich dann doch einfach dieses industrielle Produkt. Und klar, es ist besser, wenn ich den frisch gepresst trinke und dann auch Fruchtfleisch da drin habe, auf jeden Fall. Und es ist schon auch besser als Cola, na klar. Aber es ist eben nicht weniger Zucker und es ist an der Stelle auch der Fruchtzucker. Man würde ja sagen, ja, es ist ja Fruchtzucker. Man kann nicht so ganz einfach sagen, dass Fruchtzucker jetzt gesundheitsförderlicher ist als Haushaltszucker. Insgesamt das Getränk enthält natürlich auch noch Vitamine und eben diese eventuellen naturtrüben Anteile. Aber der Fruchtzucker an sich ist gar nicht mal so gesund. Wenn wir jetzt zum Beispiel mal an dieses Glas denken, was wir trinken und wir sind jetzt sogar vielleicht übergewichtig und wir trinken dieses Glas Saft aus, dann geht das quasi fast direkt über in die Fettproduktion. Das heißt, die Triglyceride steigen an nach Fruktosekonsum. Und zwar relativ rasch. Die werden jetzt nicht über Insulin und so weiter verstoffwechselt, sondern quasi in der Leber metabolisiert. Und ja, die Fett-Triglyceride-Produktion wird dann damit angeregt. Es ist halt am Ende des Tages so, dass aller nicht verstoffwechselter Zucker im Sinne von ich habe nicht genug Sport gemacht, um den jetzt dann auch zu verwenden, wird in Fett umgewandelt. Und dass das einfach ein Depot ist, was letztendlich in diesen schlechten Cholesterinwerten sich dann auch niederspiegeln würde in den reinen Triglyceriden und in den LDL-Partikeln. Genau. Und jetzt gehen wir da nochmal rein. Was ist jetzt der Unterschied? Warum ist ein Apfel besser als der Apfelsaft? Eben diese Fasern. Die Ballaststoffe, die da in dem Apfel sind, sozusagen, oder auch in der Orange, die führen dazu, dass der Blutzuckerspiegel nicht so stark ansteigt. Nicht so stark und nicht so schnell ansteigt. Das muss erst verdaut werden. Und außerdem, ich weiß nicht, man kann ja mal so vier Äpfel essen, um jetzt diese Fruchtzuckermenge rauszuziehen aus so einem großen Glas Apfelsaft. Das dauert eine Weile. Mehr als ein Apfel, na gut, hat man vielleicht irgendwann schon mal gegessen, aber selten. Dann wird das Ganze erst auch verdaut und da müssen die Fasern aufgeschlossen werden. Die bleiben auch teilweise einfach länger im Darm, bevor der Blutzuckerspiegel überhaupt ansteigt. Das heißt, letztendlich ist es eine komplett andere Nummer, esse ich diesen Apfel oder trinke ich den Apfelsaft. Und es sind leere Kalorien letztendlich. Also ich habe ja kein Sättigungsgefühl dadurch, dass ich jetzt einen Saft getrunken habe, sondern im Gegenteil vielleicht sogar noch nach einer halben Stunde später. Diese Getränke sind einfach viel zu schnell im System und machen keine Sättigung. Die kommen einfach oben drauf. Jetzt dann zu den Kindern. Es ist einfach natürlich eine Sache, wenn ich durch diesen Supermarkt gehe und da ist auf jedem zweiten Getränk dann irgendein Tier oder tolle Farben. Das wirkt natürlich auf die Kinder und die wollen das dann haben, ausprobieren. Nehmen wir als Jugendliche, da sind es eben nicht die Kinder, weiß ich nicht, Tiere, sondern irgendwelche nicen Muster und Formen. Ja, oder einfach ein starkes Design, was schwarz cool ist. Ich weiß nicht. Letztendlich soll es ansprechen und spricht an. Und jetzt hat Foodwatch sich das mal angeguckt als Organisation, die da eben einen Blick auf die Industrie haben und haben einfach mal alle Getränke genommen, die im Supermarkt auffindbar waren oder in den größten Supermärkten und in irgendeiner Weise an Kinder gerichtet waren durch ihr Äußeres. Und das waren dann letztendlich 146 Getränke. Und von diesen 146 hatten, achso, die Studie ist von oder Marktstudie ist von 2024, von diesen 146 Getränken hatten, nee, 136 Getränke, sorry, 117 waren überzuckert, enthielten also mehr als fünf Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Und 57 Prozent der Kindergetränke in Anführungszeichen waren mit über acht Gramm pro 100 Milliliter sogar stark überzuckert. Also wenn man jetzt auch die Grenzen nimmt, die zum Beispiel so Zuckersteuern gewählt wurden, zum Beispiel in den UK, also Großbritannien, das heißt, wie war es im Durchschnitt? 7,8 Gramm Zucker auf 100 Milliliter. Also ja, auf so ein 250 Milliliter Glas knappe 20 Gramm Zucker, also über sechs dieser Zuckerwürfel, 6,5 Zuckerwürfel. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, BVKJ, empfiehlt für Kinder und Jugendliche eine maximale Zuckeraufnahme von 25 Gramm Zucker am Tag. Und wenn wir jetzt ein durchschnittliches von diesen Zuckergetränken da nehmen, diesen Kindergetränken, hat ein Kind dann schon 20 Gramm Zucker zu sich genommen und fast alles seiner maximalen Tagesmenge an empfohlenem Zucker zu sich genommen. Und da ist jetzt noch nicht das Eis eingerechnet, da ist noch nicht das Frühstück eingerechnet, der Kakao, der vielleicht mal getrunken wird oder auch letztendlich einfach ein Essen, wo auch vielleicht ein bisschen Zucker in irgendeiner Soße drin ist. Das ist natürlich ein ernüchternder Wert. Es wird auch getrunken. Also ich bin neulich mal einfach über einen Schulhof gelaufen von einer Oberschule, hier in der Region und da lagen überall diese komischen Trinkpäckchen rum. Ich dachte, weiß ja nicht, das ist jetzt nicht mehr so. Innen gab es ja früher schon diese komischen Päckchen, ich weiß nicht, mit Orangensaft oder dann eben auch diese merkwürdigen Caprison, die gibt es ja sogar immer noch, aber es waren nicht Caprison, sondern irgendwelche Durstlöscher. Ich finde den Namen auch richtig gut, weil die Teile löschen sicherlich nicht den Durst und ich habe mal geguckt, wie viel Zucker ist denn da drin? Und es sind einfach 11 Gramm Zucker in diesem einen Durstlöscher gewesen pro 100 Milliliter. Also einfach nochmal höher als diese Kinderdurchschnittsgetränke und in so einem Teil, da sind halt 500 Milliliter drin. Das heißt, wie viel trinkt man da? Also das sind dann 55 Gramm Zucker. Also mehr als das Doppelte der maximalen empfohlenen Zufuhr an Zucker ist dann da drin. Und ja, dann ist das auch irgendwie so eine merkwürdige Verpackung mit so einem Strohhalm und es ist einfach schlecht in allen Belangen. Ich weiß es nicht. Also ich werde jetzt hier nicht eine Sache bashen, aber das Teil ist einfach schlecht. So genau. Ja, eine Cola ist jetzt nicht besser. Da sind dann irgendwie 10,6, also 53 Gramm Zucker ist jetzt auch nicht viel weniger drin. Klar, das wird auch noch getrunken. Es ist einfach eine Menge an Zucker und die Studie belegt das auch nochmal. Ist ja klar, worauf das abzielt. Und deswegen auch nochmal die ganz klare oder mein ganz klares Bekenntnis zu so einer Zuckersteuer. Das ist einfach sinnvoll. Wir wollen diese Zuckermengen nicht in den Getränken für Kinder haben. Punkt. Und das kann ja auch in niemandem das Interesse sein, außer der Industrie. Wir sehen bei Kinderärzten, bei diesen Untersuchungen, das ist, man hat da oft auch mal ein Kind dabei, wo die Zähne einfach voller Karies sind und das ist einfach dann traurig, weil dieses Kind wird Folgen davon tragen und das wird im, ja da hat auch mal ein Zahnarzt auf einem Vortrag mal was erzählt. Ja, naja, das ist ja so wie die Visitenkarte irgendwie in deinem Berufsleben, wenn du da einfach eine kariöse Zähne einfach hast. Das ist doch, das ist doch richtig traurig. Also da, was da den Kindern angetan wird, das ist jetzt natürlich, liegt das auch bei den Eltern. Aber ich sage immer, man kann jetzt nicht alles einfach individualisieren und sagen, naja, gut, sind halt einfach überall nur die Eltern schuld. Ja, klar, sind die mit schuld, aber es sollte einfach solche Getränke nicht für Kinder geben. In dem Sinne, klar, die darf es geben, aber es ist ja schon mal schön, wenn die vielleicht weniger Zucker enthalten. Das ist ja dann die Freiheit der Menschen, das immer noch zu kaufen, aber eben mit so einer Steuer, dass ab einem bestimmten Zuckeranteil eben über fünf gibt, wird eine Steuer fällig und über acht dann eine höhere. Ja, man sieht das in Großbritannien, das hat etwas bewirkt. Die Karies Fälle gehen laut Studien zurück und auch die Fälle an Übergewicht bei insbesondere bei jungen Mädchen, gehen zurück. Ich finde, das zeigt, dass es hat Wirkung. Andererseits konnte man auch sehen, ja gut, Coca Cola hat einfach ihre Cola die Rezeptur behalten. Ja gut, können sie ja machen. So, das ist ja auch ihr gutes Recht. Insofern, ja, zahlen die dann einfach ein bisschen drauf und das ist ja auch vollkommen okay. Also ich glaube, die machen jetzt immer noch Gewinn. Was sind die genauen Zahlen? Also nach Einführung enthielten die Süßgetränke im Zeitraum circa 44 Prozent weniger Zucker nach Einführung. Der Zuckerkonsum ist dann auch gesunken, also circa 35 Prozent in den Haushalten und in den niedrig, ja finanziell schwachen Haushalten sogar höher. Insofern genau das, was wir erreichen wollen. Aber genau, mal gucken, also ob das jetzt und wie das jetzt in Deutschland eingeführt wird. Gut, gehen wir weiter. Was sind aber auch die Folgen dann gesundheitlich für die Jugendlichen, die vielleicht schon als Kinder diese Getränke getrunken haben? Da sieht man, dass es vor allem bei Jungs war das jetzt nach der Studie in Circulation publiziert. Man konnte sehen, dass die Insulinresistenz, also die erkläre ich dann vielleicht gleich mal, das Ansprechen des Körpers auf diese erhöhten Zuckermengen mit der Insulinausschüttung, die verschlechtert sich, wenn ich über einen langen Zeitraum gesehen einfach immer sehr hohe Zuckermengen zu mir nehme. Diese Zuckerpeaks im Körper ziehen eine hohe Insulinausschüttung nach sich und diese Insulinausschüttung muss durch die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse erfolgen, die dann auf Fruchttouren arbeiten muss und oder müssen diese Zellen. Und wie bei einem, wenn ich jetzt einen Motor Fruchttouren laufen lasse auf eine lange Zeit, irgendwann fährt der runter oder man selbst, wenn man ganz lange eben Fruchttouren arbeitet, irgendwann wird man einfach müde und diese Zellen erschöpfen auch. Und auf Dauer passiert es dann, dass diese Zellen in ihrer Funktion nachlassen, also das ist das eine. Was sogar früher noch passiert ist, dass die andockenden Rezeptoren runter regulieren. Also die Zellen sagen, hier wollen alle Zuckermoleküle rein, jetzt kommt hier die ganze Zeit Insulin und das ist einfach alles zu viel, wir machen dicht. Genau, das wird die Experten im nächsten Interview auch noch mal ganz schön erklären mit einem anschaulichen Beispiel dazu. Ja genau, aber diese Insulinresistenz, die dann entsteht, die ist der Vorbote für ein Diabetes. Das kann sich dann, wenn man dann an der Stelle genauso weitermacht, daraus entwickeln oder ist auch eine, ja letztendlich Vorstufe. Und diese Vorstufe konnte in Jugendlichen häufiger gesehen werden, wenn sie im Kindesalter eine erhöhte Menge an gesüßten Getränken zu sich genommen haben in dieser Studie. Und den gleichen Effekt sah man nicht, wenn ganze Früchte zu sich genommen wurden. Keine Assoziation von ganzen Früchten zu einer späteren Insulinresistenz oder sogar auch diesem Langzeitblutzuckerwert, ich weiß nicht, ob ihr es schon mal gehört habt, HbA1c, den kann man auch im Blut checken lassen. Und je nach Wert sagt er einem, hat man eine Insulinresistenz schon, also eine gestörte Glucoseverarbeitung oder einen Diabetes oder ist das alles noch im Normalbereich. Das dazu, das heißt es gibt Untersuchungen dazu, das hat auch eine Auswirkung auf das spätere Leben, jetzt einfach zurückzuführen auf diese Getränke. Wenn wir jetzt mal ein ganz spezielles Getränk uns angucken, da möchte ich einfach nur noch mal reingehen, weil es einfach so heftig ist, diese Energydrinks. Es ist ja noch nicht geregelt, dass die mit Altersbeschränkungen gekauft werden. Und das ist mir ein bisschen, wie soll man sagen, schon ein bisschen beängstigend oder könnt ihr ja mal überlegen, was ihr dazu sagen wollt. Also wenn man jetzt so einen Drink nimmt oder einen dieser Drinks, Energydrinks, die am meisten Zucker enthalten, dann enthalten die 15 Gramm Zucker auf 100 Milliliter. Das heißt, wenn man jetzt da von so einer 500 Milliliter Dose trinkt, dann nimmt man einfach 75 Gramm Zucker zu sich. Das ist wie so ein Glukosebelastungstest, entweder jetzt zum Beispiel in der Testung auf Diabetes macht und 75 Gramm Zucker ist das dann sogar noch kombiniert mit Koffein. Und diese Koffeinmenge, die überschreitet mit ein so einer Dose schon die Tageshöchstmenge, die empfohlene für Koffein, weil die enthalten eben auch die maximal erlaubte Höchstmenge oft von 32 Milligramm Koffein auf 100 Milliliter. Das heißt, man nimmt da über 150, also 160 Milligramm Koffein zu sich. Und für einen Teenager ist das auf jeden Fall schon die, überschreitet das schon die erlaubte Höchstmenge. Ja, was kann das machen? Nervosität, man schläft schlechter, man kann da auch mal Herzrasen von haben oder Bluthochdruck bekommen. Also das zu den Energydrinks, die nochmal so eine eigene Kategorie sind. Ja, muss ich jetzt mal so den Edeka hier irgendwie, den lokalen loben. Die haben einfach mal so gesagt, so ja, ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber bei uns ist das ab 16. Und finde ich auch irgendwo fair. Jetzt stellt man sich vor, man holt mal sich zwei Dosen von so Teilen und trinkt die hintereinander oder so. Also es ist schon ordentlich gefährlich, sollte reguliert werden, meines Erachtens. Ja, was kann man jetzt tun als Elternteil? Wie kommt man da an die Kinder vielleicht ran? Wie kann man da was ändern im Trinkverhalten? Ich sag mal so, es ist kein einfaches Thema. Natürlich ist es diese Zucker-Sucht in Anführungszeichen, die da einfach eine Rolle spielt. Da irgendwie seinem Kind das, wenn das schon, das dringend abzugewöhnen ist, ist viel schwieriger, als es von vornherein nicht zu trinken. Das heißt, ja, ist irgendwie auch logisch. Aber ja, wenn man von Anfang an es schafft, in die Trinkflasche Wasser mitzugeben und es gibt nichts anderes, dann ist das vielleicht schwierig. Ich weiß es nicht, wenn andere da irgendwie das anders machen. Aber das sollte eigentlich Gang und Gebe sein in der Kita. Also in der Kita, wo wir sind, ist das Standard. Aber genau, ich weiß jetzt nicht, wie es woanders ist. Ich denke, ähnlich. Klar, wenn man irgendwann mal damit angefangen hat und das Kind trinkt jetzt Säfte, weil die gibt es halt, und dann weiß das Kind, ja, das schmeckt gut, dann ist es natürlich ein Punkt. Man kann immer sagen, ja, es gibt Schorlen. Ich bin da aber echt einfach kein Fan davon, muss ich sagen. Ich würde sagen, es gibt das einfach nicht mehr. Man kauft das nicht mehr. Es ist nicht vorhanden im Kühlschrank. Das Kind sieht es nicht. Da gibt es vielleicht dann am Anfang Diskussionen und dann wird da, keine Ahnung, ein Aufstand gemacht und nicht getrunken, so nach dem Motto. Es wird das Wasser trinken, wenn das Produkt kein Wasser trinkt. Okay, was sind dann andere Punkte? Man kann auch ungesüßten Tee anbieten. Vielleicht ist das für manchen ein gangbarer Weg, dann einfach zu sagen, ja, es gibt jetzt Früchtetee. Das wäre eine Option. Oder, was ich eine schöne Variante fände, man macht sich da halt ein bisschen Zitronensaft rein. Also entweder von einer halben Zitrone, wo man ein bisschen was rauspresst und das macht man halt mehrmals am Tag immer in kleinen Mengen dann in sein Wasser rein. So was wie Minze, was man dazu tun kann. Ja, ich hatte das jetzt bei einem Kind von mir oder einer Jugendlichen. Die kann so Wasser einfach nicht trinken und hatte sich das irgendwann mal angewöhnt, dass immer Geschmack drin ist. Aber die pflückt sich dann so Minze aus dem Garten und ja, hat einfach immer so Wasser mit Minze und ein bisschen Zitrone dann als Getränk für sich entdeckt und trinkt das dann den Tag über. Und das ist meines Erachtens dann eine gute Variante. Sollte man jetzt Saft trinken, ist Saft schlecht? Meines Erachtens ist es so, Saft ist ein Getränk für einen Anlass, bei einem Geburtstag, meinetwegen im Restaurant. Ich würde zwar da auch immer sagen, es gibt da einen Apfelschorle. Also wenn ich meiner Tochter sage so, ja, dann kannst du dir irgendwie eine Apfelschorle aussuchen, dann ist sie so, ja, Apfelschorle. Das ist dann schon was Besonderes. Deswegen würde ich sagen, ja, so eine Schorle schmeckt ja auch irgendwie mir persönlich sogar auch leckerer, erfrischender als so ein Saft. Das wäre so mein Rat und vielleicht kann man das einfach versuchen. Und ja, es ist wie bei allem. Eine Gewohnheitsänderung ist immer erst mal hart und dann nach ein paar Wochen klappt es dann. Ja, zum Thema Verbot. Ich bin immer dafür. Keine Verbote, es bringt nichts auf Dauer. Wenn man die Sachen verbietet, dann werden die Kinder, wenn sie älter sind, die noch dringender haben wollen und dann kaufen die sich die beim nächsten Mal, wenn sie irgendwie Taschengeld haben und da im Laden oder jemand anderes kauft es für sie oder man hat so einen krassen Hieper aufgebaut über die Zeit, dass dann irgendwann diese Sachen total vergöttert werden. Und nee, ich würde empfehlen, einfach nicht da zu haben. Ist nicht verboten, aber es ist einfach nicht da, so. Dann kommt man gar nicht erst in die Versuchung. Heißt natürlich auch, man ist Vorbild, Selbstvorbild und trinkt das jetzt auch nicht dann heimlich oder weiß ja nicht, das Kind findet die Packung im Müll, ist dann schlecht. Insofern wäre das die Empfehlung. Ja, und wenn man den mal da hat, weil gerade Geburtstag war, dann trinkt man den leer, so. Dann ist er leer und dann sagt man Ja, aber noch vom Geburtstag. So, dann können wir jetzt ja, das ist doch schön, können wir jetzt alle nochmal so Schorlen trinken und dann ist das leer und dann ist das leer. So, Geburtstag ist vorbei, versteht auch ein Kind. So, ja, heute hat jemand Geburtstag. So, damit würde ich sagen, haben wir das Thema Getränke, Zuckergetränke erfüllt. Ja, was ich jetzt noch nicht hatte, war so Frühstücks Cerealien. Kann ich ja nochmal kurz ansprechen. Genau. Schaut auf die Verpackung und. Nehmt keine, die. Letztendlich einen Anteil von Zucker. Ja, über 20 Gramm ist einfach viel. Bestenfalls haben die, schafft ihr es, beim Frühstück sowas wie Haferblocken, Haferflocken zu etablieren, wo man Früchte rein tut. Erdbeerzeit ist gerade, dann kann man Erdbeeren da rein schnibbeln oder im Winter dann der Apfel. Pfirsich kann man ja auch mal im Sommer dann machen oder die Birne oder die Pflaumen im Herbst. Gibt's ja genug zum Wechseln. Bestenfalls sowas wie Nüsse oder Nussmus. Das dann mit, je nachdem, einem Haferdrink. Finde ich, passt immer zu Haferflocken gut. Wenn es ein bisschen mehr Protein sein soll, dann Sojadrink oder eben Joghurt. Fände ich sogar noch am besten, wenn man jetzt schon sozusagen Kuhmilchhaltige Produkte rein tut, dann wäre der stichfeste Joghurt das gesündeste, der dann sogar noch fermentiert ist und das Mikrobiom dann auch noch stärkt. Es gibt Kinder, die mögen einfach gar keine Haferflocken und diese Porridge oder eben Hafermüslis. Kann es dann manchmal klappen, dass man sowas wie so einen Cerealienersatz, der aber dann größtenteils Vollkorn ist, nimmt. Also was fällt mir da ein? Es gibt so ein paar Marken, die darauf ausgelegt sind, möglichst viel Vollkorn und möglichst wenig anderes Zeug drin zu haben. Und die gibt es sogar in so Cerealien aufgemachten Packungen. Muss man sich jetzt mal umgucken. Ich kann hier keine Markenwerbung und möchte das auch nicht machen. Es gibt es aber, die letztendlich sogar auch auf Kinder und Jugendliche abzielen, im ähnlichen Regal stehen, aber mindestens 75 Prozent Vollkornanteil haben im Produkt. Das würde ich dann noch als eine ganz gute Alternative sehen. Wir haben unsere Kindheit auch alle überlegt mit, ihr wisst schon, welche Marken ich meine. Ja gut, damit würde ich das Ganze hier mal abschließen und sagen vielen Dank fürs Zuhören. Die zweite Folge des Monats wird ein Interview mit einer ganz spannenden, wie ich finde, Expertin. Die ist nämlich Diabetologin und das ist nur eine von sechs Bezeichnungen, die ich dann nennen werde. Insofern seid gespannt und gebt mir gerne Feedback für die Folge. Natürlich freue ich mich auch immer, wenn ihr Fragen habt für die Expertin Julia im nächsten Gespräch. Das heißt, schickt die gerne oder schreibt sie als Kommentare, schreibt mir E-Mails, wie ihr wollt. Sonst noch eine Frage an die Community. Welche Getränkealternativen akzeptieren deine Kinder wirklich? Was klappt bei euch im Alltag? Genau, ich freue mich auf euer Feedback und sage bis ganz bald. Wir hören uns. Euer Till-Yong Zienterra